OKR Scoring (Bewertung)
OKR Scoring ist der strukturierte Prozess zur Bewertung der Key-Result-Erreichung am Ende eines OKR-Zyklus. Typischerweise wird eine Skala von 0,0 bis 1,0 verwendet, wobei ein Score von 0,7 (70%) bei Stretch Goals als erfolgreich gilt.
Was ist OKR Scoring?
OKR Scoring (auch OKR-Bewertung oder OKR Grading genannt) ist der formale Prozess, mit dem am Ende jedes OKR-Zyklus der Erreichungsgrad aller Key Results gemessen wird. Das Scoring liefert objektive Daten für die Reflexion und bildet die Grundlage für die OKR-Retrospektive.
Die Scoring-Skala (0,0 bis 1,0)
| Score | Bedeutung | Interpretation |
|---|---|---|
| 0,0–0,3 | Rot | Kein nennenswerter Fortschritt erzielt |
| 0,4–0,6 | Gelb | Fortschritte gemacht, aber deutlich unter Ziel |
| 0,7 | Grün (Sweet Spot) | Ambitioniertes Ziel nahezu erreicht |
| 0,8–1,0 | Grün | Hervorragende Ergebnisse oder Ziel zu leicht gesetzt |
Der Durchschnitt aller Key-Result-Scores ergibt den Gesamt-Score des Objectives.
Scoring bei verschiedenen OKR-Typen
Die Interpretation des Scores hängt vom OKR-Typ ab:
- [Moonshot OKRs](/de/glossar/moonshot-okr): 0,7 ist der ideale Score. Konstant 1,0 bedeutet, dass die Ziele nicht ambitioniert genug waren.
- [Committed OKRs](/de/glossar/committed-okr): Hier wird 1,0 erwartet. Alles unter 1,0 signalisiert ein ernstes Problem.
Der Score selbst ist nicht das Ziel – das Gespräch darüber, WARUM ein bestimmter Score erreicht wurde, ist weit wertvoller als die Zahl.
Wichtige Scoring-Prinzipien
- Trennung von Leistungsbeurteilung: OKR Scores dürfen nicht für Boni oder Beurteilungen herangezogen werden
- Lernfokus: Was können wir aus dem Ergebnis lernen?
- Ehrlichkeit: Realistisch bewerten, nicht schönfärben
- Kontext beachten: Externe Faktoren in die Bewertung einbeziehen
Häufige Scoring-Fehler
- Sandbagging: Absichtlich niedrige Ziele setzen, um hohe Scores zu garantieren
- Inflatäre Bewertung: Scores künstlich hochsetzen, um gut dazustehen
- Score-Fixierung: Nur auf die Zahl schauen statt auf Erkenntnisse
- Fehlende Konsistenz: Unterschiedliche Teams bewerten nach unterschiedlichen Maßstäben
OKR Scoring mit Northly
Northly berechnet Key-Result-Scores automatisch aus den wöchentlichen Check-in-Daten. Die Plattform visualisiert Scoring-Trends über mehrere Zyklen hinweg, sodass Muster erkennbar werden – etwa ob ein Team systematisch zu konservativ oder zu ambitioniert plant.
Verwandte Begriffe
Key Result (Schlüsselresultat)
Ein Key Result ist ein quantitatives, messbares Ergebnis, das den Fortschritt in Richtung eines Objectives anzeigt. Jedes Key Result hat eine klare Metrik, einen Startwert und einen Zielwert und beantwortet die Frage: „Woher wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind?“
Moonshot OKR (Aspirational OKR)
Ein Moonshot OKR (auch Aspirational OKR oder Stretch OKR genannt) ist ein bewusst überambitioniertes Ziel, bei dem bereits 60–70% Erreichung als Erfolg gelten. Es treibt Teams über ihre Komfortzone hinaus und fördert Innovation und kreatives Denken.
Committed OKR (Rooftop OKR)
Ein Committed OKR ist ein Ziel, bei dem 100% Erreichung erwartet und gefordert wird. Es stellt eine feste Verpflichtung gegenüber der Organisation dar und bezieht sich typischerweise auf geschäftskritische Ergebnisse wie Compliance, Zuverlässigkeit oder essenzielle Umsatzziele.
Häufig gestellte Fragen
Wie werden OKRs bewertet?
Key Results werden am Quartalsende auf einer Skala von 0,0 bis 1,0 bewertet. 0,0 bedeutet kein Fortschritt, 1,0 bedeutet vollständige Erreichung. Der Objective-Score ergibt sich aus dem Durchschnitt seiner Key Results. Bei Google gilt 0,6-0,7 als gutes Ergebnis.
Was ist ein guter OKR-Score?
Bei ambitionierten (Moonshot) OKRs gilt 0,6-0,7 als Erfolg. Bei Committed OKRs wird 1,0 erwartet. Wenn ein Team regelmäßig 1,0 bei allen OKRs erreicht, sind die Ziele nicht ambitioniert genug. Umgekehrt deutet ein Score unter 0,4 darauf hin, dass die Ziele unrealistisch waren oder Ressourcen fehlten.
Sollte OKR-Scoring an die Leistungsbeurteilung gekoppelt sein?
Nein. OKR-Scores sollten nicht direkt in Leistungsbeurteilungen oder Bonusberechnungen einfließen. Dies führt zu Sandbagging — Teams setzen bewusst leicht erreichbare Ziele. OKR-Scoring dient dem Lernen und der Kalibrierung, nicht der Bewertung von Mitarbeitenden.
Wie oft sollte OKR-Scoring durchgeführt werden?
Formal einmal am Ende jedes OKR-Zyklus (typischerweise quartalsweise). Zusätzlich können wöchentliche Check-ins informelle Zwischenscores enthalten, um den Fortschritt zu tracken. Das finale Scoring bildet die Grundlage für die Quartals-Retrospektive.