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OKR für die Geschäftsführung: Strategische Steuerung mit Objectives and Key Results

Warum CEO und Geschäftsführer OKRs nicht delegieren dürfen, wie Company-Level-OKRs aussehen und welche Rolle die Geschäftsführung im OKR-Zyklus spielt — mit 10 konkreten Beispielen für strategische OKRs.

Martin Förster1. Februar 202618 min

Zuletzt aktualisiert: 9. März 2026

OKRCEOGeschäftsführungStrategieMittelstand
Team Alignment
Product
74%
Sales
61%
Marketing
82%
Alignment Score: 87%

Warum die Geschäftsführung OKRs nicht delegieren darf

In vielen Unternehmen läuft die OKR-Einführung nach dem gleichen Muster: Die Geschäftsführung hört einen Vortrag über OKRs, ist begeistert und delegiert die Umsetzung an HR, das PMO oder einen externen Berater. Drei Quartale später ist die Initiative leise gestorben.

Warum? Weil OKRs ohne aktive Beteiligung der Geschäftsführung ein Organisationstheater sind. Die Teams fragen sich: Wenn der CEO diese Ziele nicht selbst setzt, wie wichtig können sie sein?

OKRs sind kein operatives Tool, das man an eine Abteilung übergibt. Sie sind ein strategisches Führungsinstrument, das von oben gelebt werden muss. Und „gelebt“ bedeutet nicht, OKRs abzunicken — es bedeutet:

  • Company-OKRs persönlich setzen. Der CEO definiert zusammen mit dem Leadership-Team die 2–3 strategischen Prioritäten des Quartals.
  • Wöchentlich den Fortschritt verfolgen. Im Executive-Check-in werden Key Results aktualisiert und Blocker adressiert.
  • Ressourcenentscheidungen an OKRs koppeln. Budget, Headcount und Aufmerksamkeit fließen dorthin, wo die OKRs den größten Hebel haben.
  • Quartalsweise Rechenschaft ablegen. Die Geschäftsführung präsentiert die eigene OKR-Zielerreichung vor der Organisation — einschließlich der Bereiche, in denen sie gescheitert ist.

Die härteste Wahrheit über OKRs: Sie funktionieren nur, wenn die mächtigste Person im Raum sie ernst nimmt. Andy Grove bei Intel, Larry Page bei Google, die Klarna-Führung — in jedem erfolgreichen OKR-Unternehmen war und ist die oberste Führungsebene der treibende Sponsor.

Die Frage ist nicht: Sollte die Geschäftsführung OKRs einführen? Die Frage ist: Ist die Geschäftsführung bereit, Transparenz über ihre eigenen strategischen Prioritäten und deren Fortschritt zu schaffen? Wenn ja, sind OKRs das wirkungsvollste Werkzeug dafür.

Die Rolle des CEO im OKR-Zyklus: Ein Quartalsüberblick

Als Geschäftsführer oder CEO tragen Sie die Verantwortung für den strategischen Rahmen, in dem OKRs wirken. Hier ist Ihre konkrete Rolle in jedem Phase des OKR-Zyklus. Einen vollständigen Überblick über den OKR-Prozess finden Sie im OKR-Methode-Leitfaden.

Phase 1: Strategische Richtung setzen (1–2 Wochen vor Zyklusstart)

Ihre Aufgabe: Den strategischen Kontext liefern, aus dem Company-OKRs abgeleitet werden.

  • Rückblick auf den vergangenen Zyklus: Was haben wir gelernt?
  • Marktentwicklung, Wettbewerb, Kundeninsights bewerten
  • 2–3 strategische Prioritäten für das nächste Quartal definieren
  • Entscheidend: Was machen wir dieses Quartal nicht? Die Priorisierung durch Weglassen ist Ihre wichtigste Führungsleistung.

Phase 2: Company-OKRs definieren (Zyklusstart)

Ihre Aufgabe: Gemeinsam mit dem Leadership-Team die Company-Level-OKRs formulieren.

  • 2–3 Objectives mit je 2–4 Key Results
  • Sicherstellen, dass die OKRs ambitioniert, aber erreichbar sind
  • Klarheit schaffen: Was bedeutet Erfolg? Was bedeutet Scheitern?
  • Den Northly KI-Coach nutzen, um die Qualität der Formulierungen zu prüfen

Phase 3: Alignment sicherstellen (Woche 1–2 des Zyklus)

Ihre Aufgabe: Sicherstellen, dass Team-OKRs auf die Company-OKRs einzahlen.

  • Review der Team-OKR-Entwürfe: Sind sie aligned? Gibt es Lücken? Gibt es Konflikte?
  • Die Strategy Map in Northly nutzen, um Alignment visuell zu prüfen
  • Nicht diktieren, wie Teams ihre OKRs erreichen — nur validieren, dass sie auf die richtige Richtung einzahlen

Phase 4: Wöchentliche Steuerung (laufend)

Ihre Aufgabe: Im wöchentlichen Executive-Check-in den Fortschritt verfolgen.

  • 15–30 Minuten pro Woche: Key Results aktualisieren, Confidence Scores bewerten
  • Blocker eskalieren und lösen
  • Ressourcen umverteilen, wenn OKRs gefährdet sind
  • Mehr dazu im Check-in-Leitfaden

Phase 5: Quartals-Review und Retrospektive

Ihre Aufgabe: Zielerreichung bewerten und Learnings dokumentieren.

  • Jedes Key Result bewerten: Erreicht, teilweise erreicht, nicht erreicht
  • Ergebnisse mit der Organisation teilen — transparent, einschließlich Misserfolge
  • Learnings in den nächsten Zyklus einfließen lassen

CEO-Zeitinvestment für OKRs: Rechnen Sie mit ca. 1 Tag für OKR-Planung, 30 Minuten pro Woche für Check-ins und einem halben Tag für die Quartals-Retrospektive. Das sind weniger als 3 % Ihrer Arbeitszeit — für das wirkungsvollste Steuerungsinstrument, das Ihnen zur Verfügung steht.

10 Company-Level-OKR-Beispiele für die Geschäftsführung

Hier sind 10 strategische OKR-Beispiele, die typische Prioritäten von Geschäftsführern im Mittelstand und in Scale-ups abdecken. Passen Sie die Zahlen an Ihren Kontext an. Weitere Beispiele finden Sie im OKR-Beispiele-Guide.

Beispiel 1: Profitables Wachstum

Objective: Unser Unternehmen profitabel skalieren, ohne die Unit Economics zu verschlechtern

- KR 1: ARR von 5 Mio. EUR auf 8 Mio. EUR steigern

- KR 2: EBITDA-Marge von 8 % auf 15 % verbessern

- KR 3: Customer Acquisition Cost (CAC) Payback Period unter 12 Monate halten

- KR 4: Net Revenue Retention (NRR) auf 115 %+ steigern

Beispiel 2: Marktführerschaft ausbauen

Objective: Die führende Position in unserem Kernsegment in Europa festigen

- KR 1: Marktanteil im Zielsegment von 18 % auf 25 % steigern

- KR 2: 3 der Top-10-Unternehmen in unserer Branche als Referenzkunden gewinnen

- KR 3: Share of Voice in relevanten Fachmedien von 12 % auf 30 % steigern

Beispiel 3: Internationale Expansion

Objective: Erfolgreich in den ersten internationalen Markt expandieren

- KR 1: Go-to-Market-Team in UK aufbauen (Sales Lead + 2 AEs + 1 CSM)

- KR 2: Pipeline von 1,5 Mio. EUR im neuen Markt aufbauen

- KR 3: Erste 15 zahlende Kunden außerhalb Europa gewinnen

- KR 4: Lokalisierte Produktversion mit NPS > 40 live schalten

Beispiel 4: Organisatorische Exzellenz

Objective: Eine Hochleistungsorganisation aufbauen, die Top-Talente anzieht und hält

- KR 1: eNPS von +15 auf +40 steigern

- KR 2: Freiwillige Fluktuation von 20 % auf 10 % senken

- KR 3: Time-to-Fill für Schlüsselpositionen von 65 auf 35 Tage reduzieren

- KR 4: Führungskräfte-Bewertung in 360-Grad-Feedback auf 4,0/5 steigern

Beispiel 5: Produktinnovation

Objective: Ein neues Produkt/Feature zur Marktreife bringen, das unser zweites Wachstumsbein wird

- KR 1: Neues Produkt an 50 Beta-Kunden ausliefern mit NPS > 45

- KR 2: 500K EUR Pipeline für das neue Produkt aufbauen

- KR 3: Umsatzanteil des neuen Produkts auf 10 % des Gesamtumsatzes steigern

Beispiel 6: Kundenexzellenz

Objective: Unsere Kunden so begeistern, dass sie zu aktiven Fürsprecher werden

- KR 1: NPS von 38 auf 55 steigern

- KR 2: Gross Revenue Churn von 12 % auf 6 % p.a. senken

- KR 3: 8 Case Studies mit messbarem ROI unserer Lösung veröffentlichen

- KR 4: Customer Health Score: 85 % der Accounts im grünen Bereich

Beispiel 7: Digitale Transformation

Objective: Unsere Kernprozesse so digitalisieren, dass wir mit 20 % weniger Aufwand 30 % mehr Output liefern

- KR 1: End-to-End-Durchlaufzeit des Kernprozesses von 14 Tagen auf 5 Tage reduzieren

- KR 2: Automatisierungsgrad der repetitiven Aufgaben von 25 % auf 70 % steigern

- KR 3: Mitarbeiterzufriedenheit mit digitalen Tools von 2,8/5 auf 4,0/5 erhöhen

Beispiel 8: Strategische Partnerschaft / M&A

Objective: Durch strategische Partnerschaften unser Ökosystem so erweitern, dass Kunden mehr Wert erhalten

- KR 1: 3 strategische Partnerschaften mit komplementaeren Anbietern abschließen

- KR 2: 15 % des Neugeschäfts durch Partnerkanal generieren

- KR 3: Integration mit 2 Partnerplattformen live schalten (Kundenzufriedenheit > 4,0/5)

Beispiel 9: Nachhaltigkeit und ESG

Objective: Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil und Wertschöpfungsfaktor etablieren

- KR 1: CO2-Fußabdruck um 30 % gegenüber Vorjahr reduzieren

- KR 2: ESG-Rating von C auf B+ verbessern

- KR 3: 3 Großkunden gewinnen, bei denen ESG-Compliance ein Entscheidungskriterium war

Beispiel 10: Unternehmenskultur und Werte

Objective: Eine Unternehmenskultur schaffen, die Innovation fördert und Silodenken überwindet

- KR 1: Cross-funktionale Projekte: 40 % aller strategischen Initiativen werden teamübergreifend bearbeitet

- KR 2: Innovations-Pipeline: 10 Bottom-up-Ideen von Mitarbeitenden in die Evaluierung bringen

- KR 3: Alignment-Score in der Mitarbeiterbefragung von 55 % auf 80 % steigern

Board Reporting und Quartals-Reviews mit OKRs

Für viele Geschäftsführer ist das Reporting an Aufsichtsräte, Gesellschafter oder Investoren einer der zeitaufwendigsten Prozesse. OKRs können diesen Prozess radikal vereinfachen — wenn sie richtig aufgesetzt sind.

Das OKR-basierte Board-Reporting

Traditionelle Board-Reports bestehen aus Dutzenden Seiten mit Finanzkennzahlen, operativen Metriken und Statusberichten aus jeder Abteilung. Das Board ertrinkt in Daten und verliert den Blick fürs Wesentliche.

Ein OKR-basiertes Board-Reporting fokussiert auf drei Fragen:

  • Strategische Prioritäten: Was sind unsere 2–3 wichtigsten Ziele für dieses Quartal?
  • Fortschritt: Wo stehen wir bei jedem Key Result? (Grün / Gelb / Rot)
  • Anpassungen: Was haben wir gelernt? Was passen wir an?

Die OKR-Board-Präsentation: Struktur

Seite 1: Executive Summary Company-OKRs mit Ampelstatus auf einen Blick. Northly exportiert diese Übersicht direkt als Folie.

Seite 2–4: OKR-Tiefgang (je 1 Seite pro Objective) - Objective und Key Results mit aktuellem Stand - Trend: Bewegt sich die Metrik in die richtige Richtung? - Risiken und Gegenmaßnahmen - Ressourcenbedarf

Seite 5: Learnings und Ausblick - Was haben wir dieses Quartal gelernt? - Strategische Anpassungen für das nächste Quartal - Entscheidungen, die das Board treffen muss

Quarterly Business Review (QBR) mit OKRs

Der QBR wird zum strategischen Kernformat der Geschäftsführung:

ZeitblockInhaltDauer
RückblickOKR-Ergebnisse des Quartals präsentieren30 Min.
LearningsWas hat funktioniert? Was nicht? Warum?30 Min.
Strategie-UpdateMarktveränderungen, neue Erkenntnisse30 Min.
OKR-PlanungNeue Company-OKRs gemeinsam definieren90 Min.
AlignmentTeam-OKR-Impulse sammeln und validieren30 Min.

Northly für Board Reporting

Die Strategy Map und die Echtzeit-Dashboards in Northly machen den Export für Board-Meetings zum Kinderspiel. Statt manuell PowerPoints zusammenzubauen, generieren Sie den OKR-Fortschrittsbericht direkt aus dem Tool — immer aktuell, immer konsistent.

Praxis-Tipp: Führen Sie den ersten OKR-basierten Board-Report parallel zum traditionellen Format ein. Die meisten Boards erkennen innerhalb von zwei Quartalen, dass der OKR-Report informativer und handlungsleitender ist — und fordern selbst die Umstellung.

Die 7 häufigsten OKR-Fehler von CEOs und Geschäftsführern

CEOs und Geschäftsführer machen bei OKRs andere Fehler als mittleres Management oder Teams. Hier sind die sieben häufigsten — und wie Sie sie vermeiden. Ergänzend empfehlen wir unseren Leitfaden zur Fehlervermeidung.

Fehler 1: OKRs delegieren statt vorleben

Der CEO definiert keine eigenen OKRs, sondern erwartet, dass das mittlere Management OKRs setzt. Signal an die Organisation: OKRs sind ein Middle-Management-Tool, nicht strategisch relevant.

Besser: Der CEO setzt die Company-OKRs persönlich — und präsentiert sie der gesamten Organisation. Inklusive der eigenen Verantwortlichkeiten.

Fehler 2: Zu viele strategische Prioritäten

Viele CEOs setzen 5–7 Company-Objectives. Bei 3–4 Key Results pro Objective ergeben sich 20–28 strategische Metriken. Das ist kein Fokus — das ist alles.

Besser: Maximal 2–3 Company-Objectives. Wenn Sie sich nicht auf drei Prioritäten einigen können, haben Sie ein Strategieproblem, kein OKR-Problem.

Fehler 3: OKRs als Kaskadierungs-Wasserfall

Der CEO definiert OKRs, das VP-Level leitet Sub-OKRs ab, das Director-Level wiederum Sub-Sub-OKRs. Das Ergebnis: starre Hierarchie, kein Raum für Bottom-up-Innovation.

Besser: Company-OKRs setzen die Richtung. Teams definieren eigene OKRs, die auf diese Richtung einzahlen. Der CEO validiert das Alignment, diktiert aber nicht den Weg.

Fehler 4: OKRs mit dem Budget verwechseln

Manche CEOs versuchen, alle finanziellen Ziele in OKRs zu gießen. Das verwandelt OKRs in eine Budgetplanung mit neuem Etikett.

Besser: OKRs beschreiben strategische Veränderungsziele — nicht das Business-as-usual. Umsatz- und Margenziele gehören ins Budget. OKRs beschreiben, welche Veränderungen nötig sind, um die Budget-Ziele langfristig zu übertreffen.

Fehler 5: Keine Check-ins auf Executive-Ebene

Der CEO führt OKRs ein, nimmt aber selbst nicht an wöchentlichen Check-ins teil. Die Botschaft: OKRs sind für die anderen, nicht für mich.

Besser: 30 Minuten pro Woche im Leadership-Team: Key Results aktualisieren, Blocker adressieren, Ressourcen umverteilen. Dieser Termin ist der wichtigste im Kalender des CEO.

Fehler 6: Bei Misserfolg die Ziele nachträglich ändern

Wenn ein Key Result am Quartalsende nicht erreicht ist, wird es rückwirkend angepasst, um ein „grünes“ Ergebnis zu präsentieren. Das zerstört die Glaubwürdigkeit des gesamten OKR-Programms.

Besser: Ehrlich berichten. 60–70 % Zielerreichung bei ambitionierten OKRs ist ein gutes Ergebnis. Scheitern ist eine Lernchance, kein Makel.

Fehler 7: OKRs von der Tagesarbeit trennen

Die Company-OKRs stehen in einer Präsentation, spielen aber bei operativen Entscheidungen keine Rolle. Wenn ein neues Projekt vorgeschlagen wird, fragt niemand: Zahlt das auf unsere OKRs ein?

Besser: Jede Ressourcenentscheidung, jede neue Initiative, jede organisatorische Veränderung wird gegen die OKRs geprüft. OKRs sind das Entscheidungsframework, nicht ein Reporting-Format.

Merksatz für CEOs: Sie setzen den Ton. Wenn Sie OKRs als bürokratische Pflicht behandeln, wird die Organisation das spiegeln. Wenn Sie OKRs als Ihr wichtigstes Führungsinstrument behandeln, wird die Organisation folgen.

Company-OKRs vs. Abteilungs-OKRs: Die richtige Balance finden

Eine der schwierigsten Führungsaufgaben im OKR-System ist die Balance zwischen Top-down-Richtung und Bottom-up-Eigenverantwortung. Zu viel Top-down erstickt Innovation. Zu viel Bottom-up führt zu Fragmentierung.

Das Alignment-Modell für die Geschäftsführung

Company-OKRs (Geschäftsführung): - 2–3 Objectives, die die strategische Richtung setzen - Key Results beschreiben Unternehmens-Outcomes (Wachstum, Profitabilität, Marktposition, Kultur) - Werden vom CEO + Leadership-Team gemeinsam definiert

Bereichs-OKRs (VP/Director-Ebene): - 2–3 Objectives, die auf Company-OKRs einzahlen - Key Results beschreiben bereichsspezifische Outcomes - Werden von den Bereichsleitern vorgeschlagen und vom CEO validiert

Team-OKRs (Teamleiter-Ebene): - 1–2 Objectives, die auf Bereichs-OKRs einzahlen - Key Results beschreiben teamspezifische Outcomes - Werden von Teams selbst definiert

Alignment vs. Kaskadierung: Der entscheidende Unterschied

Kaskadierung (falsch): Company-OKR wird in identische Sub-OKRs zerlegt und top-down verteilt. Jedes Team bekommt seinen Anteil. Kein Raum für eigene Ideen.

Alignment (richtig): Company-OKR setzt die Richtung. Teams überlegen selbst, wie sie den größten Beitrag leisten können. Der CEO prüft, ob die Summe der Team-OKRs das Company-OKR plausibel erreichbar macht.

Praktisches Beispiel

Company Objective: Profitables Wachstum: ARR auf 8 Mio. EUR steigern bei 15 % EBITDA-Marge

Sales-Team-OKR: > Objective: Unsere Neukunden-Pipeline so ausbauen, dass wir das ARR-Ziel sicher erreichen > - KR 1: Qualifizierte Pipeline von 3 Mio. EUR aufbauen > - KR 2: Average Deal Size von 15K EUR auf 22K EUR steigern > - KR 3: Sales Cycle von 90 auf 60 Tage verkürzen

Product-Team-OKR: > Objective: Bestehende Kunden so begeistern, dass sie mehr investieren und länger bleiben > - KR 1: Net Revenue Retention auf 120 % steigern > - KR 2: Feature Adoption der Enterprise-Funktionen auf 60 % erhöhen > - KR 3: NPS von 40 auf 55 steigern

Marketing-Team-OKR: > Objective: Qualifizierte Nachfrage so effizient generieren, dass der CAC sinkt > - KR 1: Marketing-Qualified Leads um 80 % steigern > - KR 2: CAC von 1.200 EUR auf 800 EUR senken > - KR 3: Organic Traffic um 60 % steigern

Beachten Sie: Kein Team hat einfach „seinen Anteil“ der ARR-Steigerung bekommen. Jedes Team hat ein eigenes Objective formuliert, das aus seiner Perspektive den größten Beitrag zum Company-Ziel leistet. Die Strategy Map in Northly visualisiert diese Verbindungen und zeigt der Geschäftsführung, ob das Gesamtbild stimmig ist.

Faustregel: Wenn jedes Team-OKR eine Kopie des Company-OKR ist, betreiben Sie Kaskadierung, nicht Alignment. Wenn kein Team-OKR auf ein Company-OKR referenziert, betreiben Sie Anarchie, nicht Autonomie. Die Kunst liegt in der Mitte.

Der CEO als OKR-Sponsor: Kultur, Kommunikation und Konsequenz

OKRs einzuführen ist eine Veränderungsinitiative. Und wie jede Veränderungsinitiative steht und fällt sie mit dem Commitment der obersten Führung. Hier ist, was das in der Praxis bedeutet.

Die drei Säulen des CEO-Sponsorships

Säule 1: Vorleben (Walk the Talk)

Die Organisation beobachtet den CEO genau. Wenn Sie OKRs einführen, aber selbst keine OKRs haben, interpretiert die Organisation: OKRs sind ein Kontrollwerkzeug für andere, nicht ein Führungsinstrument für mich.

Was „Vorleben“ konkret bedeutet: - Eigene Company-OKRs transparent kommunizieren - Jede Woche am Check-in teilnehmen - Bei der Quartals-Review ehrlich über Misserfolge sprechen - OKRs in jede Ressourcenentscheidung einbeziehen

Säule 2: Kommunizieren (Tell the Story)

OKRs brauchen eine Erzählung. Warum führen wir OKRs ein? Was verändert sich dadurch? Was erwarten wir von jedem Einzelnen?

Was „Kommunizieren“ konkret bedeutet: - All-Hands-Meeting: Company-OKRs vorstellen und erklären - Monatliches Update: OKR-Fortschritt mit der gesamten Organisation teilen - 1:1s mit Direct Reports: OKR-Alignment besprechen - Town-Hall-Q&A: Fragen zu OKRs offen beantworten

Säule 3: Konsequenz zeigen (Follow Through)

Die härteste Säule. Konsequenz bedeutet: Wenn ein Projekt vorgeschlagen wird, das nicht auf die OKRs einzahlt, sagen Sie Nein — auch wenn es vom wichtigsten Kunden kommt. Wenn ein Team seine OKRs ignoriert, sprechen Sie es an. Wenn die OKRs zeigen, dass die Strategie nicht funktioniert, passen Sie die Strategie an.

Die ersten 90 Tage als OKR-Sponsor

Monat 1: Fundament legen - Lesen Sie den OKR-Methode-Leitfaden - Definieren Sie mit dem Leadership-Team die ersten Company-OKRs - Richten Sie Northly ein und nutzen Sie die Vorlagen als Startpunkt - Kommunizieren Sie die OKR-Einführung an die Organisation

Monat 2: Rhythmus etablieren - Starten Sie wöchentliche Executive-Check-ins (30 Min.) - Begleiten Sie die Team-OKR-Planung: Sind die OKRs aligned? - Nutzen Sie die Strategy Map, um Alignment-Lücken zu identifizieren - Führen Sie den ersten monatlichen OKR-Fortschrittsbericht durch

Monat 3: Lernen und anpassen - Mid-Cycle-Review: Sind die OKRs noch relevant? Brauchen wir Anpassungen? - Sammeln Sie Feedback vom Team: Was funktioniert? Was nicht? - Bereiten Sie die Quartals-Retrospektive vor - Planen Sie den nächsten Zyklus

Die wichtigste Erkenntnis für CEOs: OKRs sind kein Projekt mit Anfang und Ende. Sie sind ein Betriebssystem für strategische Führung. Nach drei Quartalen werden Sie sich fragen, wie Sie jemals ohne die Klarheit und Transparenz geführt haben, die OKRs schaffen.

OKRs für die Geschäftsführung: So starten Sie jetzt

Sie sind bereit, OKRs als strategisches Steuerungsinstrument in Ihrem Unternehmen zu verankern? Hier ist Ihre Checkliste. Einen detaillierten Implementierungsplan finden Sie in unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden.

Ihre Vorbereitungs-Checkliste

  • Haben Sie eine klare Strategie für die nächsten 12 Monate? (OKRs sind ein Ausführungs-Framework, kein Strategie-Ersatz)
  • Können Sie Ihre strategischen Prioritäten auf 2–3 Themen verdichten?
  • Ist Ihr Leadership-Team bereit, OKRs aktiv mitzutragen?
  • Haben Sie 2 Stunden pro Quartal für OKR-Planung und 30 Minuten pro Woche für Check-ins?
  • Sind Sie bereit, transparent über Fortschritt und Misserfolge zu kommunizieren?

Wenn Sie vier von fünf Fragen mit Ja beantworten, sind Sie bereit.

Der schnellste Weg zu Ihren ersten Company-OKRs

Schritt 1: Richten Sie Northly ein (kostenloser Start, in unter 10 Minuten). Schritt 2: Nutzen Sie die Geschäftsführungs-OKR-Vorlagen als Inspiration. Schritt 3: Formulieren Sie 2 Company-Objectives mit je 3 Key Results. Schritt 4: Lassen Sie den KI-Coach Ihre Entwurfe prüfen. Schritt 5: Präsentieren Sie die OKRs Ihrem Leadership-Team. Schritt 6: Starten Sie wöchentliche Check-ins.

Weiterführende Ressourcen

Bereit, Ihre Unternehmensstrategie in messbare Ergebnisse zu verwandeln? Starten Sie kostenlos mit Northly und erleben Sie, wie OKRs Ihr wichtigstes Führungsinstrument werden.

Martin Förster

Gründer von Northly und OKR-Berater mit über 8 Jahren Erfahrung in der strategischen Unternehmensberatung. Hilft Teams, Strategie und Umsetzung mit Objectives and Key Results zu verbinden.

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