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Strategy Map erstellen: Visuelle Strategieplanung mit OKRs

Erfahren Sie, wie Sie eine Strategy Map erstellen, die Ihre Unternehmensstrategie visuell abbildet und mit OKRs verknüpft. Von den Grundlagen der Balanced Scorecard bis zur praktischen Umsetzung — mit Beispielen für verschiedene Unternehmensgrößen.

Martin Förster8. März 202613 min

Zuletzt aktualisiert: 9. März 2026

Strategy MapStrategieplanungOKRAlignment
Company Vision
Team A
68%
Team B
81%
Team C
55%
Anna
Ben
Clara
David
Eva

Was ist eine Strategy Map? Definition und historischer Hintergrund

Eine Strategy Map ist eine visuelle Darstellung der Unternehmensstrategie, die zeigt, wie verschiedene strategische Ziele kausal miteinander verknüpft sind. Sie macht sichtbar, welche Ziele auf welche übergeordneten Ergebnisse einzahlen — und schafft so ein gemeinsames Verständnis der Strategie auf allen Ebenen der Organisation.

Der Ursprung: Kaplan und Norton

Das Konzept der Strategy Map wurde in den frühen 2000er-Jahren von Robert S. Kaplan und David P. Norton entwickelt — den Erfindern der Balanced Scorecard (BSC). Ihre Kernthese: Die meisten Strategien scheitern nicht an der Formulierung, sondern an der Umsetzung. Der Hauptgrund? Mitarbeitende verstehen die Strategie nicht — oder sehen nicht, wie ihre tägliche Arbeit dazu beiträgt.

Kaplan und Norton stellten fest, dass traditionelle Finanzkennzahlen allein nicht ausreichen, um eine Strategie zu steuern. Sie definierten daher vier Perspektiven, die in einer Strategy Map abgebildet werden:

1. Finanzperspektive: Welche finanziellen Ergebnisse wollen wir erzielen? 2. Kundenperspektive: Welchen Wert schaffen wir für unsere Kunden? 3. Prozessperspektive: Welche internen Prozesse müssen exzellent sein? 4. Lern- und Entwicklungsperspektive: Welche Fähigkeiten und Infrastruktur brauchen wir?

Die Strategy Map verbindet diese Perspektiven durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen: Investitionen in Mitarbeiterentwicklung (Perspektive 4) verbessern interne Prozesse (Perspektive 3), was die Kundenzufriedenheit steigert (Perspektive 2) und letztlich den Umsatz erhöht (Perspektive 1).

Von der BSC zur modernen Strategy Map

Während die klassische Balanced Scorecard stark auf KPIs fokussiert ist, hat sich die Strategy Map als eigenständiges Werkzeug weiterentwickelt. In der modernen Strategiearbeit — insbesondere im OKR-Kontext — wird die Strategy Map flexibler eingesetzt: Die vier BSC-Perspektiven können durch unternehmensspezifische Perspektiven ersetzt werden, und die Verknüpfung erfolgt nicht nur über Kennzahlen, sondern über Objectives und Key Results.

„Eine Strategy Map ist die Brücke zwischen dem, was eine Organisation sein will, und dem, was sie jeden Tag tut.“

Warum visuelle Strategieplanung für OKR-Alignment entscheidend ist

Strategie ist abstrakt. OKRs sind konkret. Die Strategy Map verbindet beide Welten — und löst damit eines der größten Probleme in der OKR-Praxis: fehlendes Alignment.

Das Alignment-Problem

Studien zeigen, dass in vielen Organisationen nur 5–10 % der Mitarbeitenden die Unternehmensstrategie kennen und verstehen. Gleichzeitig belegen Untersuchungen von Harvard Business Review, dass strategisch ausgerichtete Unternehmen eine um 65 % höhere Erfolgsquote bei der Strategieumsetzung haben.

Ohne eine visuelle Darstellung der Strategie passiert in der OKR-Praxis Folgendes:

  • Teams setzen sich Ziele, die isoliert sinnvoll erscheinen, aber nicht zur Gesamtstrategie beitragen
  • Doppelarbeit zwischen Abteilungen bleibt unerkannt
  • Strategische Lücken — Bereiche, in denen kein Team an relevanten Zielen arbeitet — werden übersehen
  • Die Kaskadierung von Unternehmens-OKRs auf Team-OKRs erfolgt mechanisch statt strategisch

Wie die Strategy Map Alignment schafft

Eine gut gestaltete Strategy Map macht auf einen Blick sichtbar:

  • Strategische Prioritäten: Welche Ziele sind am wichtigsten?
  • Kausale Zusammenhänge: Warum verfolgen wir dieses Ziel? Was ermöglicht es?
  • Abhängigkeiten zwischen Teams: Wo muss Team A liefern, damit Team B erfolgreich sein kann?
  • Strategische Lücken: Gibt es wichtige strategische Ziele, die von keinem Team adressiert werden?

Die visuelle Darstellung hat dabei einen entscheidenden psychologischen Vorteil: Menschen verarbeiten visuelle Informationen 60.000-mal schneller als Text. Eine Strategy Map an der Wand des Meetingraums — oder als interaktives Dashboard — macht die Strategie greifbar und alltagstauglich.

Der Unterschied zu einer reinen OKR-Hierarchie

Eine OKR-Hierarchie zeigt, welche Team-OKRs zu welchen Unternehmens-OKRs gehören. Eine Strategy Map geht einen Schritt weiter: Sie zeigt auch die lateralen Verbindungen — also wie verschiedene Ziele auf derselben Ebene zusammenwirken. Das ist entscheidend für cross-funktionale Zusammenarbeit, die in den meisten Organisationen die größte Herausforderung darstellt. Mehr zum Thema Alignment zwischen Abteilungen finden Sie in unserem Artikel über OKRs im Mittelstand.

Die Elemente einer Strategy Map: Perspektiven, Ziele und Ursache-Wirkungs-Ketten

Bevor Sie eine Strategy Map erstellen, müssen Sie ihre Bausteine verstehen. Jede Strategy Map besteht aus drei Kernelementen.

1. Perspektiven (Ebenen)

Die Perspektiven bilden die horizontalen Ebenen der Strategy Map. In der klassischen BSC-Variante sind es die vier Perspektiven nach Kaplan/Norton. Im OKR-Kontext können Sie diese anpassen:

Klassische BSC-Perspektiven: - Finanzen - Kunden - Interne Prozesse - Lernen & Entwicklung

OKR-angepasste Perspektiven (Beispiel): - Unternehmensvision & Mission - Strategische Säulen / Unternehmens-OKRs - Team-/Abteilungs-OKRs - Initiativen & Projekte

Branchenspezifische Perspektiven (Beispiel SaaS): - Wachstum & Revenue - Kundenerfolg - Produkt & Technologie - Team & Kultur

2. Strategische Ziele (Knoten)

Die Ziele sind die Knotenpunkte auf der Map. Jeder Knoten repräsentiert ein strategisches Ziel oder ein Objective. Wichtige Gestaltungsregeln:

  • Formulieren Sie Ziele aktiv und ergebnisorientiert: „Kundenbindung stärken“ statt „Kundenbindung“
  • Begrenzen Sie die Gesamtzahl auf 12–20 Ziele für eine übersichtliche Map
  • Verwenden Sie Farbcodes für den Status: Grün (auf Kurs), Gelb (gefährdet), Rot (off track)
  • Ordnen Sie die Ziele ihrer jeweiligen Perspektive zu

3. Ursache-Wirkungs-Beziehungen (Pfeile)

Die Pfeile zwischen den Zielen zeigen, wie die Ziele kausal zusammenhängen. Sie sind das Herzstück der Strategy Map und unterscheiden sie von einer einfachen Zielliste.

Beispiel einer Ursache-Wirkungs-Kette:

Mitarbeiter-Skills aufbauen → Produktqualität verbessern → Kundenzufriedenheit steigern → Umsatz erhöhen

Beim Zeichnen der Pfeile gilt:

  • Pfeile verlaufen von unten nach oben (von der Lern-Perspektive zur Finanz-Perspektive)
  • Jedes Ziel sollte mindestens einen eingehenden oder ausgehenden Pfeil haben
  • Vermeiden Sie zirkuläre Abhängigkeiten (A → B → C → A)
  • Ein Ziel kann mehrere Ursachen und Wirkungen haben
  • Markieren Sie besonders starke Verbindungen visuell hervor

Zusatzelemente

Fortgeschrittene Strategy Maps enthalten zusätzlich:

  • Kennzahlen (KPIs) pro Ziel, die den Fortschritt messen
  • Verantwortlichkeiten: Welches Team oder welche Person ist für das Ziel verantwortlich?
  • Zeitliche Einordnung: Kurzfristige vs. langfristige Ziele
  • Gewichtung: Welche Verbindungen sind besonders kritisch?

Strategy Map erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Erstellung einer Strategy Map ist ein strukturierter Prozess, der idealerweise im Leadership-Team gemeinsam durchgeführt wird. Planen Sie für die Ersteerstellung 2–4 Stunden ein.

Schritt 1: Strategische Grundlagen klären (30 Minuten)

Bevor Sie mit der Map beginnen, stellen Sie sicher, dass folgende Elemente definiert sind:

  • Vision: Wo wollen wir in 3–5 Jahren stehen?
  • Mission: Warum existieren wir als Organisation?
  • Strategische Säulen: Welche 3–5 Schwerpunkte verfolgen wir?

Falls diese Elemente fehlen oder veraltet sind, müssen sie zuerst erarbeitet werden. Die Strategy Map kann keine fehlende Strategie ersetzen — sie macht eine vorhandene Strategie sichtbar.

Schritt 2: Perspektiven definieren (15 Minuten)

Wählen Sie die 3–5 Perspektiven, die für Ihr Unternehmen relevant sind. Beginnen Sie mit den klassischen BSC-Perspektiven und passen Sie sie bei Bedarf an.

Schritt 3: Strategische Ziele sammeln (45 Minuten)

Lassen Sie jedes Mitglied des Leadership-Teams die wichtigsten strategischen Ziele auf Karten schreiben — eines pro Karte. Gruppieren Sie anschließend die Ziele nach Perspektiven. Konsolidieren Sie Duplikate und streichen Sie Ziele, die nicht strategisch relevant sind.

Typische Anzahl pro Perspektive: - Finanzperspektive: 2–4 Ziele - Kundenperspektive: 3–5 Ziele - Prozessperspektive: 4–6 Ziele - Lern-/Entwicklungsperspektive: 2–4 Ziele

Schritt 4: Ursache-Wirkungs-Ketten identifizieren (45 Minuten)

Dies ist der anspruchsvollste Schritt. Gehen Sie systematisch vor:

1. Beginnen Sie bei den Finanzzielen (oben) und fragen Sie: „Was muss passieren, damit wir dieses Ziel erreichen?“ 2. Zeichnen Sie Pfeile von den Ursachen zu den Wirkungen 3. Arbeiten Sie sich Perspektive für Perspektive nach unten 4. Prüfen Sie jede Verbindung: „Wenn wir A erreichen, trägt das wirklich zu B bei?“ 5. Suchen Sie nach fehlenden Verbindungen: Gibt es Ziele ohne Ursache oder ohne Wirkung?

Schritt 5: OKRs zuordnen (30 Minuten)

Verknüpfen Sie die strategischen Ziele mit konkreten OKRs. Jedes Ziel auf der Map sollte mindestens einem OKR zugeordnet sein. Falls es Ziele ohne OKR gibt, haben Sie eine strategische Lücke identifiziert — ein wertvoller Fund.

Schritt 6: Validieren und verfeinern (30 Minuten)

Prüfen Sie die fertige Map anhand dieser Checkliste:

  • Erzählt die Map eine schlüssige strategische Geschichte von unten nach oben?
  • Sind alle strategischen Säulen abgedeckt?
  • Gibt es isolierte Ziele ohne Verbindung?
  • Ist die Map verständlich für jemanden, der nicht im Raum war?
  • Enthält die Map nicht mehr als 20 Ziele?

Wenn Sie OKRs in Ihrem Unternehmen einführen, ist die Erstellung einer Strategy Map ein hervorragender erster Schritt, um die strategische Ausrichtung zu klären.

Strategy Maps im OKR-Kontext: So funktioniert die Verknüpfung

Die Verbindung von Strategy Maps und OKRs schafft einen leistungsstarken Rahmen für die Strategieumsetzung. Hier erfahren Sie, wie diese Integration in der Praxis funktioniert — und wie Northly sie digital unterstützt.

Drei Ebenen der Verknüpfung

Ebene 1: Strategische Ziele → Unternehmens-OKRs

Die obersten Ziele der Strategy Map werden direkt in Unternehmens-Objectives übersetzt. Jedes strategische Ziel wird zu einem Objective; die zugehörigen Key Results messen den Fortschritt.

Beispiel: - Strategisches Ziel: „Marktführer in Europa werden“ - Objective: „Die führende Position im europäischen Markt für OKR-Software erreichen“ - KR1: „Marktanteil von 12 % auf 18 % steigern“ - KR2: „Net Promoter Score von 45 auf 60 erhöhen“ - KR3: „In 3 von 5 Branchenvergleichen als Nummer 1 gelistet werden“

Ebene 2: Ursache-Wirkungs-Ketten → Team-OKRs

Die Pfeile auf der Strategy Map zeigen, welche untergeordneten Ziele zu den Unternehmenszielen beitragen. Diese werden zu Team-OKRs. Das Alignment ergibt sich organisch aus der Map-Struktur.

Ebene 3: Initiativen → Key Results und Projekte

Die unterste Ebene der Strategy Map enthält konkrete Initiativen, die den Key Results zugeordnet werden.

Northlys Strategy-Map-Funktion

Northlys integrierte Strategy-Map-Funktion macht diese Verknüpfung interaktiv und dynamisch:

  • Drag-and-Drop-Editor: Erstellen Sie Ihre Strategy Map visuell, direkt im Tool
  • Live-Status-Updates: Die Farben der Knoten ändern sich automatisch basierend auf dem OKR-Fortschritt
  • Drill-Down: Klicken Sie auf ein strategisches Ziel und sehen Sie sofort die zugeordneten OKRs, deren Scoring-Status und aktuelle Check-ins
  • Alignment-Erkennung: Das System identifiziert automatisch strategische Lücken — Ziele auf der Map, denen kein aktives OKR zugeordnet ist
  • Export: Erstellen Sie Präsentationen für das Management mit einem Klick

Die Strategy Map als lebendes Dokument

Eine Strategy Map ist kein statisches Poster, das einmal erstellt und dann vergessen wird. Im OKR-Kontext wird sie zu einem lebenden Dokument:

  • Quartalsweise: Überprüfen Sie die Ursache-Wirkungs-Ketten. Haben sich Annahmen bestätigt?
  • Bei jedem OKR-Planning: Nutzen Sie die Map, um neue OKRs strategisch einzuordnen
  • Im Review: Zeigen Sie die Map mit aktualisierten Status-Farben
  • Jährlich: Überarbeiten Sie die Map grundlegend basierend auf strategischen Veränderungen

Der Unterschied zwischen KPIs und OKRs wird auf der Strategy Map besonders deutlich: KPIs messen den laufenden Betrieb (Health Metrics), während OKRs den strategischen Fortschritt treiben.

Strategy-Map-Beispiele für verschiedene Unternehmensgrößen

Die Struktur einer Strategy Map variiert stark je nach Unternehmensgröße und Komplexität. Hier finden Sie Beispiele für drei typische Szenarien.

Beispiel 1: Startup (10–50 Mitarbeitende)

Startups brauchen eine schlanke Strategy Map mit maximal 8–12 Zielen. Die Perspektiven können vereinfacht werden:

PerspektiveStrategische Ziele
WachstumProduct-Market-Fit validieren · MRR auf 100K steigern
KundenErste 50 zahlende Kunden gewinnen · Churn unter 5 % halten
ProduktMVP zum vollwertigen Produkt ausbauen · 99,9 % Uptime sichern
TeamKernteam auf 20 Personen ausbauen · Onboarding in 1 Woche

Für Startups ist die Strategy Map besonders wertvoll, weil Ressourcen knapp sind und jede strategische Fehlentscheidung schmerzt. Mehr dazu in unserem Artikel über OKRs für Startups.

Beispiel 2: Mittelstand (100–500 Mitarbeitende)

Mittelständische Unternehmen benötigen eine differenziertere Map mit 15–20 Zielen und klaren Ursache-Wirkungs-Ketten:

PerspektiveStrategische Ziele
FinanzenUmsatz um 20 % steigern · EBITDA-Marge auf 15 % verbessern · Neues Geschäftsfeld aufbauen
KundenKundenzufriedenheit auf NPS 50 bringen · Bestandskundenumsatz um 30 % steigern · 3 neue Branchensegmente erschließen
ProzesseDurchlaufzeit um 25 % reduzieren · Digitalisierungsgrad auf 80 % bringen · ISO-Zertifizierung erreichen · Innovationspipeline aufbauen
MitarbeiterFachkräftegewinnung in 3 Schlüsselbereichen · Führungskräfteentwicklung · Wissensmanagement etablieren

Die Ursache-Wirkungs-Kette könnte so aussehen:

Führungskräfteentwicklung → Innovationspipeline → Neue Branchensegmente → Neues Geschäftsfeld → Umsatzsteigerung

Beispiel 3: Konzern (1.000+ Mitarbeitende)

Große Organisationen arbeiten mit verschachtelten Strategy Maps:

  • Eine Konzern-Strategy-Map auf oberster Ebene (10–15 Ziele)
  • Geschäftsbereichs-Maps, die jeweils ein Ziel der Konzern-Map detailliert
  • Abteilungs-Maps, die wiederum Geschäftsbereichsziele herunterbrechen

Hier wird die Strategy Map zum zentralen Werkzeug für die Kaskadierung: Jede Ebene kann sehen, wie ihre Ziele in den Gesamtkontext passen.

Branchenspezifische Anpassungen

  • Produzierendes Gewerbe: Zusätzliche Perspektive „Nachhaltigkeit & ESG“
  • Dienstleister: Kundenperspektive aufteilen in „Bestandskunden“ und „Neukunden“
  • Non-Profit: Finanzen durch „Gesellschaftlicher Impact“ ersetzen
  • Öffentlicher Sektor: Perspektive „Bürgerzufriedenheit“ statt „Kunden“

Digital vs. physisch: Das richtige Medium für Ihre Strategy Map

Strategy Maps können auf unterschiedlichen Medien erstellt werden. Jedes hat Vor- und Nachteile.

Physische Strategy Maps

Vorteile: - Hohe Sichtbarkeit im Büro (Plakat, Whiteboard) - Haptisches Arbeiten fördert kreatives Denken - Keine Technologie-Hürde für Teilnehmende - Ideal für Workshops und die Ersteerstellung

Nachteile: - Nicht aktualisierbar ohne Neudruck - Kein Live-Status der OKRs - Nicht zugänglich für Remote-Teams - Keine Drill-Down-Möglichkeit in Details

Empfehlung: Nutzen Sie physische Maps für die Erstellungsphase (Workshop mit Sticky Notes und Whiteboard) und überführen Sie das Ergebnis anschließend ins Digitale.

Digitale Strategy Maps — Toolkategorien

1. Allgemeine Visualisierungstools (Miro, Mural, Lucidchart) - Flexibel und kreativ einsetzbar - Keine automatische Verknüpfung mit OKR-Daten - Manuelles Update erforderlich - Gut für die Konzeptionsphase

2. Spezialisierte BSC-/Strategy-Map-Tools (ClearPoint, Cascade) - Strukturierte Vorlagen für Strategy Maps - Oft BSC-fokussiert, nicht OKR-nativ - Zusätzliches Tool in der Toollandschaft

3. Integrierte OKR-Plattformen mit Strategy-Map-Funktion - Strategy Map direkt mit OKR-Daten verknüpft - Live-Status-Updates basierend auf OKR-Fortschritt - Kein Medienbruch zwischen Strategie und Umsetzung - Northly bietet eine solche integrierte Lösung, bei der Ihre Strategy Map automatisch den aktuellen Stand aller zugeordneten OKRs widerspiegelt

Hybrides Vorgehen: Die beste Praxis

Die meisten erfolgreichen Organisationen nutzen einen hybriden Ansatz:

1. Erstellung: Physischer Workshop mit dem Leadership-Team (Post-its, Whiteboard) 2. Digitalisierung: Übertragung in ein digitales Tool mit OKR-Verknüpfung 3. Kommunikation: Gedrucktes Poster für den Flur und interaktives Dashboard für den Alltag 4. Aktualisierung: Quartalsweise im digitalen Tool, jährlich als neuer Workshop

Für einen umfassenden Vergleich der verfügbaren Tools empfehlen wir unseren OKR-Software-Vergleich, in dem wir verschiedene Plattformen hinsichtlich ihrer Strategy-Map-Funktionen bewerten.

Häufige Fehler beim Erstellen von Strategy Maps — und wie Sie sie vermeiden

Auch bei der Strategy-Map-Erstellung gibt es typische Stolperfallen. Hier sind die häufigsten Fehler und bewährte Gegenmaßnahmen.

Fehler 1: Zu viele Ziele auf der Map

Das Problem: Die Strategy Map enthält 30, 40 oder mehr Ziele und wird unlesbar. Statt Klarheit entsteht Verwirrung.

Die Lösung: Begrenzen Sie die Anzahl auf 12–20 strategische Ziele. Wenn Sie mehr Ziele haben, arbeiten Sie mit verschachtelten Maps (eine Übersichts-Map und Detail-Maps pro Bereich). Fragen Sie sich bei jedem Ziel: „Ist das wirklich strategisch — oder ist es operativ?“

Fehler 2: Keine echten Ursache-Wirkungs-Ketten

Das Problem: Die Pfeile werden willkürlich gezogen. Alles hängt irgendwie mit allem zusammen, ohne dass klare kausale Beziehungen erkennbar sind.

Die Lösung: Testen Sie jede Verbindung mit der Formulierung „Wenn wir A verbessern, dann wird B positiv beeinflusst, weil...“ Wenn Sie das „weil“ nicht überzeugend beantworten können, ist die Verbindung fragwürdig.

Fehler 3: Die Map wird einmal erstellt und nie aktualisiert

Das Problem: Die Strategy Map wird in einem aufwendigen Workshop erstellt und hängt dann unverändert an der Wand — während sich die Realität weiterentwickelt.

Die Lösung: Verankern Sie feste Review-Zeitpunkte für die Strategy Map: - Quartalsweise: Status-Update (Farben aktualisieren) - Halbjährlich: Validierung der Ursache-Wirkungs-Ketten - Jährlich: Grundsätzliche Überarbeitung

Fehler 4: Die Map spiegelt Wunschdenken statt Realität

Das Problem: Die Strategy Map zeigt, wie die Welt sein sollte — nicht, wie die Organisation tatsächlich arbeitet. Ziele stehen auf der Map, für die es weder Ressourcen noch Commitment gibt.

Die Lösung: Gleichen Sie die Map mit den tatsächlich aktiven OKRs ab. Jedes Ziel auf der Map muss mindestens einem aktiven OKR zugeordnet sein. Ziele ohne OKR sind entweder noch nicht priorisiert (dann transparent markieren) oder unrealistisch (dann entfernen).

Fehler 5: Fehlende Einbindung der Teams

Das Problem: Die Strategy Map wird vom Vorstand oder der Geschäftsführung allein erstellt. Die Teams erfahren erst nachträglich davon und fühlen sich nicht eingebunden.

Die Lösung: Beteiligen Sie Vertreter aller relevanten Teams am Erstellungsprozess. Mindestens die Validierungsphase sollte mit den Teams stattfinden. Das erhöht nicht nur die Qualität der Map, sondern auch das Buy-in.

Fehler 6: Verwechslung von Strategy Map und Organigramm

Das Problem: Die Map wird nach Abteilungen statt nach strategischen Perspektiven strukturiert. Das Ergebnis ist ein verkleidetes Organigramm.

Die Lösung: Organisieren Sie die Map konsequent nach Perspektiven, nicht nach Organisationseinheiten. Ein Ziel wie „Kundenzufriedenheit steigern“ gehört in die Kundenperspektive — unabhängig davon, welche Abteilung daran arbeitet.

Wenn Sie diese Fehler vermeiden und die Strategy Map konsequent mit Ihrem OKR-Prozess verknüpfen, entsteht ein mächtiges Werkzeug für die Strategieumsetzung. Weitere häufige Fehler im gesamten OKR-Prozess und wie Sie diese umgehen, finden Sie in unserem Artikel OKR-Fehler vermeiden.

Martin Förster

Gründer von Northly und OKR-Berater mit über 8 Jahren Erfahrung in der strategischen Unternehmensberatung. Hilft Teams, Strategie und Umsetzung mit Objectives and Key Results zu verbinden.

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